Wirtschaftswachstum 2023: Eurozone als großer Verlierer

Für die Eurozone sind die Wachstumsaussichten als Folge des Ukraine-Kriegs laut jüngster Prognosen für 2023 besonders niedrig, mit einem Viertelprozent nahe null. Da sich das Wachstum nicht genau vorhersagen lässt und meistens optimistischer als die Realität ausfällt, heißt das: womöglich negativ. Österreich wird nicht explizit erwähnt, aber für Deutschland als wichtigstem Handelspartner wird bereits ein negatives Wachstum prognostiziert, was eine Folge der steigenden Energiepreise ist.

Besonders hoch wird 2023 demnach das Wirtschaftswachstum in Saudi-Arabien (als Folge steigender Öl-Exporte), China, Indien und Indonesien ausfallen (je rund 5 %), wobei angemerkt werden muss, dass diese Zahlen nicht um das Bevölkerungswachstum korrigiert sind, sondern sich auf die absolute Größe der Volkswirtschaft beziehen. Auch ist es im Moment wohl noch schwieriger als normalerweise, eine Vorhersage für den Rohstoffmarkt 2023 zu treffen.

Der Gaspreis betrug in der EU im Jänner 2021 ca. € 20 / MWh , und nun im September 2022 ca. € 200 / MWh. Der Gaspreis hat sich also verzehnfacht, beim Strompreis ist es ähnlich (von € 40 /MWh auf ca. € 400 / MWh). Der Anteil der Energiekosten am BIP ist in Deutschland von 3,8 % auf 9,8 %, in Italien von 5 % auf 13,5 % gestiegen.

Allerdings: Wenn aufgrund der höheren Energiepreise die Produktion reduziert wird, reduziert sich auch die Nachfrage nach Energie. So berichtet das Handelsblatt in einem Artikel vom 28. September 2022, dass der Ölpreis auf den tiefsten Stand seit Jänner gefallen ist und die weitere Entwicklung davon abhängt, wie Saudi-Arabien reagieren wird. Somit sind Prognosen derzeit noch schwieriger zu treffen als sonst.

Links:

Bericht OECD: https://www.oecd-ilibrary.org/economics/oecd-economic-outlook/volume-2022/issue-1_ae8c39ec-en

Artikel Handelsblatt (nur im Abonnement verfügbar): https://epaper.handelsblatt.com/article/11/11/2022-09-28/30/-1